Mittwoch, 23. Mai 2007

so schnell wird man verdächtigt

am sonntag ist mir was irres passiert.

ich war arbeiten, plötzlich rief mein vater an. die polizei hätte ihn angerufen, weil mamas auto, mit dem ich am WE in st. pölten war, auf ihn angemeldet ist. jemand habe mit diesem auto bei mir in der gasse ein moped umgefahren und dann fahrerflucht begangen. WAS??? und es kam noch besser, angeblich sei das am samstag um 21.30 passiert und es gäbe eine augenzeugin. HÄ???

besagtes auto habe ich am samstag um 17 uhr vor dem haus geparkt, zwischen zwei anderen autos, nirgends war ein moped. und dann bin ich nicht mehr damit gefahren. was bitte war passiert?

also musste ich zur polizei. ich war gerade auf mittagspause zuhause und musste nun natürlich meinem chef erzählen was los ist, wie erwartet hatte er mich damit dann wieder auf der schaufel. er meinte nur, "okay, ruf an, wenn sie dich verhaften, ich hol dich dann raus." haha.

der polizist dort war sehr unfreundlich und gab mir zu verstehen, dass er mir kein kein wort glaube, eine augenzeugin habe gesehen, dass ein mann - das wird ja immer ungeheuerlicher, außer mir und meiner mutter fährt niemand mit diesem auto und der schlüssel lag zur tatzeit in meiner wohnung - das moped umgefahren habe. er hätte es wieder aufgestellt, wäre weg gefahren und hätte sich anschließend, was ja ebenso idiotisch und widersinnig klingt, ein paar häuser weiter hinten eingeparkt. dort wo das auto dann also nach wie vor stand. wo ICH es schon stunden vor der "tat" geparkt habe.

außerdem habe der polizist am auto am hinteren rechten kotflügel einen kratzer gesehen. ja, der stammt aber von einem parkschaden, den meine mutter vor drei wochen verursacht hat! ich sag ihm also, "das ist aber schon viel länger dort". er gibt mir diesen durchdringenden "du bist schuld"-blick, den nur polizisten und pfarrer draufhaben und meint "sieht aber ganz neu aus, da ist noch gar kein dreck drauf".

ich wiederhole nur wieder, "das gibt's nicht, hier lügt jemand. um diese uhrzeit ist niemand mit dem auto gefahren. das stand seit 17 uhr auf dem selben parkplatz wie jetzt. und außer mir und meiner mutter hat niemand einen schlüssel." und er erwidert "es gibt aber eine augenzeugin. und meine frau fährt auch öfter mit meinem auto". "warum sollte mein freund mit meinem auto fahren, wenn seines vor meinem parkt?" "er wurde aber dabei gesehen." ich geb's auf.

"hören sie, sie können mich von mir aus an einen lügendetektor anschließen, wir waren beide gestern abend zuhause, niemand ist mit diesem auto gefahren, es sei denn, jemand hat es aufgebrochen, wofür es keine hinweise gibt, hat es gestohlen, ein moped umgefahren und dann wieder dort hin gestellt." wie idiotisch diese geschichte klingt, hat er genauso wenig verstanden wie die ironie in meiner stimme.

er nahm unsere daten auf und meinte, er müsse noch mal mit der geschädigten und der zeugin reden und dann gäbe es eine gegenüberstellung.

ich ging also wieder ins büro. später rief mein freund an, sie hätten ihn angerufen, weil es ja angeblich ein mann war, der da fahrerflucht begangen habe. er ist also wieder zur wachstube gegangen, dort war die geschädigte. es wird noch seltsamer: die frau hat eh mit dem täter gesprochen - wieso hieß es dann, es wäre fahrerflucht gewesen??? jedenfalls sah sie meinen freund, meinte der war es nicht und die sache war zumindest für uns vom tisch.

allerdings fühlt man sich nicht besonders wohl, wenn man von seinen nachbarn zu unrecht beschuldigt wird.

Dienstag, 15. Mai 2007

arroganter papst

Papst Benedikt XVI. hatte während seines Besuchs gesagt, die Verkündung Jesu und des Evangeliums hätte den amerikanischen Ureinwohnern in "keinster Weise eine Entfremdung" gebracht. Auch wäre es zu keiner "Besetzung oder Auferlegung durch eine fremde Kultur" gekommen. Vielmehr sei Christus der Retter gewesen, den sich die Indianer im Stillen herbeigewünscht und "ohne ihn zu kennen, in ihren vielfältigen religiösen Traditionen gesucht" hätten. Das Wiederaufleben vorkolumbianischer Religionen bezeichnete der Papst als einen "Rückschritt".

also echt, wie geht's denn dem???!!!

genau, die armen ureinwohner haben sich sicherlich total gefreut dass sie niedergemetzelt und von eingeschleppten krankheiten dahingerafft werden, dass ihre wissenschaftlichen errungenschaften (die mayas hatten ja einen komplizierten kalender und fundiertes wissen über naturheilkunde mit den pflanzen des regenwaldes und über astronomie - und das zu einer zeit als bei uns noch alle glaubten, die erde sei eine scheibe) als heidnischer blödsinn abgetan und ihre bücher verbrannt wurden, dass ihnen ihre kultur wegerzogen wurde und dass man ihre architektonischen meisterwerke zerstört hat, um aus den steinen kirchen zu bauen. zum kotzen ist das. der verlust an wissen, kunst und kultur durch die kolonialisierung ist unermesslich. eines der grausigsten kapitel in der geschichte der katholischen kirche.

anhängern von papa ratzi empfehle ich den film "mission".

ich für meinen teil habe endgültig beschlossen, evangelisch zu werden, eine reaktionäre und verbrecherische organisation wie die katholische kirche will ich nicht unterstüzen.

Mittwoch, 9. Mai 2007

neue seifen

seide-jojoba
"tonight, we make soap"
(tyler durden, "fight club")


fotos und beschreibungen meiner neuesten seifen gibt es hier.

Montag, 7. Mai 2007

ORF-reform

die österreicher sind wahrscheinlich das unflexibelste volk der welt. und sie lieben es zu jammern, anstatt lösungen zu suchen. am liebsten jammern sie über das wetter, die politik, das fernseh-programm. und besonders verhasst ist ihnen jedewede form von veränderung.

zugegeben, die ORF-reform hat ihre schwächen. aber die art und weise, wie "krone", "österreich" und "TV-media" derzeit eine krise des staatsfunks heraufbeschwören ist unfair und überzogen.

was bitte wurde denn erwartet? dass bei so kurzer planungszeit und so knappem budget bei einem unternehmen auf sparkurs der geniale große wurf herauskommt, ist illusorisch.

vor allem, es ist bei weitem nicht alles so mies, wie derzeit behauptet wird. da heißt es gleich, die ganze reform ist gescheitert, nur weil "mitten im achten" und "heute in österreich" schlechte quoten haben. was dabei untergeht: die "ZiBs" sind hervorragend gelungen. schienen wie "art.film", "euro.film" und "dok.film" sind sehr begrüßenswert. "kreuz & quer", eine der besten sendungen im ORF erhält endlich eine frühere sendezeit. "die liebe familie NG" und "wir sind kaiser" sind großartig geworden, frisch und saukomisch. und das magazin "wie bitte" ist ebenfalls sehr gut, nur vielleicht zur falschen sendezeit. möglicherweise würde es sogar am sendeplatz von "MI8" besser laufen als jenes. und "weeds" ist eine der genialsten serien, die ich je gesehen habe.

das problem ist halt, "MI8" ist sauteuer. es verschlingt 2/3 des reform-budgets. aber dass es nicht funktioniert, ist keine große überraschung. erklärtes ziel der soap sollte es sein, junge zuseher um diese uhrzeit zum ORF zurück zu bringen. aber ob eine daily soap dazu wirklich geeignet ist? jene "jungen" sind wohl generell um 19.30 eher selten zuhause und wohl auch nicht an einer soap interessiert, die man täglich sehen muss, weil man sich sonst nicht mehr auskennt. wer bisher um diese zeit "galileo", "GZSZ", "verliebt in berlin", "big brother", "hi society" oder "sponge bob" gesehen hat, wird das wohl auch weiterhin tun. ich selbst hab nur die erste folge von "MI8" gesehen. es ist ganz witzig, aber für mich nicht gut genug, dass ich dafür auf die "ZIB" verzichten würde. ich bin auch nicht der typ, der sich soaps reinzieht und interessiere mich eben für die tagesnachrichten. "mitten im achten" ist gar nicht so übel, aber vielleicht hat es die falsche sendezeit.

ein anderes problem sind "heute in österreich" und "konkret" als nachfolge-sendungen von "willkommen österreich". "WÖ" war sehr erfolgreich, richtete sich aber ein konservativeres, älteres publikum, das durch die neuen formate weniger angesprochen wird. warum etwas das gut funktioniert so ändern, dass man die zuseher vor den kopf stößt?

wie gesagt, es gibt probleme. aber es nicht gleich alles total mies geworden.

besonders gewundert habe ich mich über den plötzlichen sinneswandel von "TV-media" chefredakteur atha athanasiadis. so schrieb er in der ersten ausgabe nach dem 10. april:

"und? wie gefällt ihnen mitten im achten? schon reingeschaut? nein? tun sie's! (...) ich müsste mich schon sehr wundern, wenn das ding nicht ein erfolg wird. die junge schauspielcrew agiert, als hätte sie in ihrem leben nichts anderes getan, also vor einer kamera zu stehen. sie sind nettt, witzig, zum verlieben. die perfekte besetzung."

und in der aktuellen ausgabe, heißt es auf einmal

"superalex, tu was!"

"ist der ORF noch zu retten?"

"zu wienerisch, zu viel sex und derber schmäh. dazu teils unerfahrene jungschauspieler, die - ohne lnage proben - in eine technisch unausgereifte produktion gehetzt wurden"

"nach dem ende von dancing stars fehlt dem ORF ein großer quotenträchtiger showevent. bitter: neue serien- und showprojekte sind erst für herbst eingeplant."


- no na, das ist auch ganz normal in der branche. weil im sommer generell fast niemand fern sieht!

und athanasiadis schreibt im editorial:

"es kann ja wohl nicht wahr sein, dass das, was wir gerade sehen, das beste ist, was am küniglberg zusammengebracht wird."

es kann ja wohl nicht wahr sein, dass man seine meinung innerhalb von zwei wochen um 180 grad dreht und den leser für so dämlich hält, dass ihm das nicht auffällt? oder aber denkt der chefredakteur eines der auflagenstärksten magazine des landes, dass sein editorial ohnehin niemand liest? da stimmt dann aber auch was nicht.

es kann auch nicht sein, dass man über sendungen, die zum teil erst 1-2 mal gelaufen sind, schon jetzt ein endgültiges urteil fällen kann. gut ding braucht weile, auch beim fernsehen. schon jetzt zu behaupten, wrabetz wäre komplett gescheitert, ist weder fair noch entspricht es der wahrheit.

Freitag, 4. Mai 2007

klassisch, simpel, lecker

einfach gut: original neapolitaner manner-schnitten.

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